BoundCon 2026 – meine Erfahrung als Ausstellerin

Hinweis: Savage Wear hat die Latex-Röcke für die Teststation kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Meinungen sind meine eigenen.

5. bis 7. Juni, Zenithhalle München. Drei Tage. Mein allererster richtiger eigener Stand als Ausstellerin auf der BoundCon 2026. Und ich sage euch, es war viel. Viel mehr, als ich erwartet hatte, viel mehr, als ich alleine bewältigen konnte, und ehrlich gesagt? Viel schöner, als ich gedacht hätte.

BoundCon26 Booth FluffyQueenie Vivishine

Donnerstag: Aufbau, Schweiß & „Wir kriegen das schon hin“

Der Aufbau am Donnerstag war ein ganzer Vibe für sich. Kein guter, zumindest nicht am Anfang. Wir hatten einen 3×2 m Stand als Teil einer großen Gemeinschaftsfläche mit ViviShine, BildeSpill (Fotograf) und den Party-Organisatoren Klub Bizarre. Was auf dem Papier nach einer reibungslosen Zusammenarbeit klingt, entpuppt sich im echten Leben als logistisches Puzzle, und davor warnt dich vorher niemand.

Wo verlegt man die Kabel? Wie positioniert man das Licht? Was besagt eigentlich die Brandschutzverordnung, und warum sagt uns die Crew erst jetzt vor Ort, dass wir was verändern müssen? Du wartest auf Entscheidungen, du wartest darauf, dass jemand anderes seinen Teil fertigstellt, bevor du mit deinem anfangen kannst. Flexibilität ist bei so einem Aufbau nicht nur hilfreich. Sie ist überlebenswichtig.

Gut, dass wir uns als Team hatten und uns gegenseitig aushalfen! Des Weiteren war RubberCullen die ganze Zeit bei mir, und unser Freund Shiny_Toy hat beim Aufbau geholfen und war da, wenn wir zusätzliche Hände brauchten. Wir haben alle an einem Strang gezogen, und irgendwie ist der Stand wunderschön geworden.

Wir haben so viel positives Feedback bekommen, und wir haben es definitiv gerockt, hochwertige Fotografie, Party sowie Latexpflege & Aufklärung an einem Ort zu vereinen. Ich habe es geliebt, mit ihnen zusammenzuarbeiten, und ich kann mir vorstellen, wieder einen Gemeinschaftsstand zu machen!

BTS B26 Boothbuildup

Am Stand stehen und irgendwie trotzdem Teil der Show

Hier ist die ehrliche Wahrheit über das Ausstellerdasein: Man sieht viel weniger von der Messe. Ich habe es geschafft, eine einzige volle Runde zu drehen und jeden Stand zu sehen, aber es genießen? Nein. Dafür war keine Zeit. Ich war den ganzen Tag in Gespräche, Beratungen, Shopping-Momente und echte Begegnungen vertieft. Freunde, Fans, Unterstützer, Leute, die mich durch meinen Content gefunden haben und Hallo sagen wollten. Das hat sich richtig, richtig gut angefühlt, und es war auch schön zu merken, wie gut mein Content eigentlich ankommt. ABER…

Shows? Ich habe keine einzige gesehen. Aber wir wurden zur Show. Mit dem Pranger von Evil Toys (ja, er gehört mir, ja, ich habe ihn gekauft, ja, ich bereue absolut nichts) sind wir jeden Tag mit einer freiwilligen Testperson darin über die Messe gerollt. Die Aufmerksamkeit war riesig. Vermutlich schaffen wir es damit sogar in den BoundCon-Teaser.

Der Pranger war auch direkt am Stand ein Hit. Es gab Leute, die ihn unbedingt ausprobieren mussten. Hach ich liebs!

EvilToys FluffyQueenie and Einhornbusi

Meine Savage Wear Teststation, an der Leute zum allerersten Mal Latex-Röcke anprobieren konnten, war einer dieser leisen persönlichen Höhepunkte, die man schwer in Worte fassen kann. Ich verdiene nichts daran. Es ist einfach eines meiner Herzensprojekte. Aber zu sehen, wie jemand zum ersten Mal Latex berührt, in einen Rock schlüpft und sagt: „… oh. Oh, Moment mal. Das ist ja tatsächlich bequem? Das kann ich ja wirklich tragen?“ Diese Gespräche und diese Momente sind es, die mich antreiben, wenn es mal hart wird.

Neben all dem spielerischen Kram habe ich über meine Workshops und mein Mentoring-Programm gesprochen und Merch verkauft. Tassen und Kalender liefen beide richtig gut. Ein paar Stücke sind noch übrig, falls du Interesse hast.

Und die Outfits: drei Tage, drei komplett neue Kombinationen, alles Teile, die ich schon besaß, aber noch nie so kombiniert hatte. Ich habe sie mir im Kopf vorgestellt und einfach auf das Beste gehofft. Alle drei haben funktioniert, und ich habe viele Komplimente bekommen, was ich nach dem Chaos ehrlich gesagt auch brauchte. Bis auf einen Moment: Eine Minute bevor sich am Freitag die Türen öffneten, riss meine transparent-rote Heidi Bloomer direkt am Bauch. Ich hab mir schnell ein ein Korsett drüber geworfen und es den ganzen Tag so getragen. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie man transparentes Latex klebt, ohne dass die Reparatur zu sichtbar ist.

Queenies Booth Boundcon
BC26 Queenie

Die BoundCon durch Aussteller-Augen

Was ich an der BoundCon wirklich mag, ist der Aussteller-Mix. Nicht viele Dropshipper, viel Handwerk, Handarbeit und Leute, die das, was sie verkaufen, auch wirklich selbst herstellen. Rope und Impact Play sind immer noch der klare Schwerpunkt, was bei dem Namen auch Sinn ergibt. Aber ich war echt überrascht, wie viel Latex man dort mittlerweile findet. Vor ein paar Jahren war das noch viel weniger, und diesen Wandel zu sehen, ist echt cool.

Die Atmosphäre der Besucher ist gut. Die Gänge sind breit und es fühlte sich selbst zu Stoßzeiten nie zu voll an, obwohl ich ehrlich sein muss: Die Besucherzahlen fühlten sich etwas niedriger an als in den Vorjahren. Ich glaube, es hat sich einfach mehr verteilt. Der Freitag war ein Brückentag und schon früh richtig, richtig voll.

Was ich nicht mochte: die Dunkelheit. Die BoundCon ist sehr dunkel, es gibt keine Hallen-Beleuchtung. Wir haben sehr viel Lampen mitbringen müssen um den Stand ordnetlich zu beleuchten. Das ist natürlich persönlicher Geschmack, aber mir gefällt es besser, wenn ich mich nicht anstrengen muss etwas zu sehen und auch Fotos an der Fotowand gut ausgeleuchtet sind.

Organisatorisch gibt sich die Crew enorme Mühe, das glaube ich wirklich. Aber die Kommunikation zwischen den einzelnen Crewmitgliedern ist pures Chaos. Eine Person sagt dies, eine andere sagt etwas völlig anderes, und am Ende verschwendet man viel zu viel Zeit mit Diskussionen, die eigentlich gar nicht nötig sein sollten. Als Ausstellerin wünsche ich mir für die Zukunft klarere und einheitlichere Richtlinien, die jedem einzelnen Crewmitglied auf die gleiche Weise kommuniziert werden. Keine individuellen Absprachen. Einfach transparente Regeln, die jeder kennt und gleichermaßen anwendet.

Abgesehen davon schätze ich die ganze harte Arbeit sehr, die sie investieren, um das Ganze auf die Beine zu stellen – und ich weiß selbst, wie stressig das sein kann! Also ein riesiger Applaus an alle Leute hinter der Convention!!

Würde ich es wieder tun?

Jain. Das ist Deutsch für Ja-und-Nein, und es gibt wirklich kein besseres Wort dafür.

Der Gemeinschaftsstand mit ViviShine, BildeSpill und Klub Bizarre hat wunderbar funktioniert. Die Lage, ganz hinten durch, klang im Vorfeld beängstigend, stellte sich aber als perfekt heraus. Jeder hat uns gefunden, und es wurde in unserem Bereich nie klaustrophobisch voll. Das Feedback, das wir bekommen haben, war wirklich fantastisch, und ich bin echt stolz auf das, was wir zusammen aufgebaut haben.

Aber ich für mich brauche mehr Team für meinen Teil des Standes. Zwei Personen sind nicht genug, das musste ich auf die harte Tour lernen. Ich konnte viel weniger Fotos und Videos machen, als ich geplant hatte. Ich habe nicht genug gegessen, nicht genug getrunken und konnte keine echte Pause machen oder auch nur einen einzigen richtigen Moment mit RubberCullen verbringen. Um mich herum ist so viel passiert, das ich komplett verpasst habe, und dieser Teil hat wirklich wehgetan.

Also: Stand wieder, absolut ja. Aber beim nächsten Mal mit einem Team, das groß genug ist, dass ich mich für zwei Stunden ausklinken kann und weiß, dass alles komplett geregelt ist. Bis dahin danke an alle, die uns besucht, geshoppt, gequatscht, den Pranger getestet, einen Rock anprobiert oder einfach nur kurz Hallo gesagt haben. Ihr habt jede anstrengende Sekunde wertvoll gemacht. ❤

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